Emissionsbericht MHKW Weißenhorn

Emissionsbericht MHKW Weißenhorn

Die Luft ist rein!

Bekanntmachung des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises Neu-Ulm vom
2. März 2020 über die Verbrennungsbedingungen und Emissionsdaten für
das Müllheizkraftwerk Weißenhorn im Berichtsjahr 2019

Entsprechend § 23 der Verordnung über die Verbrennung und die Mitverbrennung von Abfällen (17. BImSchV) veröffentlicht der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Neu-Ulm die Emissionsmessungen und Verbrennungsbedingungen für das Berichtsjahr 2019. Im Müllheizkraftwerk Weißenhorn wurden im Jahr 2019 insgesamt 107.431 t Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle energetisch verwertet. Die dabei erzeugte Energie wurde zur Strom- und Fernwärmeerzeugung genutzt.

Betreiber der Abfallbehandlungsanlage
Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Neu-Ulm
Daimlerstraße 36
89264 Weißenhorn
Ansprechpartner: Herr Matthias Ziegler - Betriebsleiter
Tel 07309/878 0
Berichtszeitraum
01.01.2019 bis 31.12.2019

Anlage
Müllheizkraftwerk Weißenhorn, Daimlerstraße 36, 89264 Weißenhorn
mit zwei Ofenlinien, je Ofenlinie 7,5 t/h Durchsatz

Verbrennungsbedingungen
Folgende Bedingungen sind einzuhalten: Mindesttemperatur nach der letzten
Verbrennungsluftzuführung 850° C bei einer Verweilzeit von 0,6 s.
Es kam in wenigen Fällen, vor allen beim Anfahren der Anlagen aus Stillständen oder bei Schwankungen der Kesselleistung, zu Unterschreitungen der geforderten Feuerraumtemperatur von 850°C. Diese Unterschreitungen hatten keinen Einfluss auf die Emissionen. Die Bedingung Verweilzeit wurden im Berichtzeitraum eingehalten.

Abgasreinigung
Das Müllheizkraftwerk Weißenhorn hat eine fünfstufige Rauchgasreinigung mit
Trockensorption und Kalkmilch, Gewebefilter, Wäscher, Festbettfilter und Entstickung

Emmisionen
Prüfinstitut: DEKRA Umwelt GmbH

Kontinuierlich gemessene Emissionswerte

MEHR 

Diskontinuierlich gemessene Emissionswerte

MEHR

 

                                         Bewertung der Emissionssituation
Nach dem Anfahren der Kessellinie 1 aus der Frühjahrsrevision wurden erhöhte Quecksilberwerte (Hg) gemessen. Nachdem Versuche, die Quecksilberwerte durch eine erhöhte Eindüsung von Quecksilber absorbierenden Betriebsmitteln zu senken keinen Erfolg brachten, wurde eine Kreuzmessung mit der Kessellinie 2 durchgeführt. Das Ergebnis war überraschend, die Messung von Kessellinie 2 zeigte keine Quecksilberwerte bei Kessellinie 1. Nach dem Zurückwechseln der Entnahmesonden registrierte die Messung von Kessellinie 1 ebenfalls keine erhöhten Quecksilberwerte mehr. Mit ziemlicher Sicherheit kamen die erhöhten Quecksilberwerte durch Anhaftungen an der Messgasentnahmesonde bei Kessellinie 1 zustande. Dabei wurden zwei Tagesgrenzwerte und neunzehn Halbstundengrenzwerte verletzt. Beim Anfahren der Kessellinie 1 kam es auch zu erhöhten CO Emissionen, dabei wurde auch ein Tagesgrenzwert gering überschritten.

Außerdem kam es bei Schwefeldioxid (SO2) und Staub zu leichten Überschreitungen der Halbstundengrenzwerte. Insgesamt betrachtet bedeutet dies, dass es in weniger als 0,1 % der Jahresbetriebszeit zu Überschreitungen der Halbstundengrenzwerte bei den kontinuierlich gemessenen Parametern kam.
Die Anzahl der Überschreitungen war aufgrund der CO- und Hg-Überschreitungen im Anfahrbetrieb der Kessellinie 1 um rund 30 % höher als im Vorjahr.
Die Ursachen der Überschreitungen stellen sich wie folgt dar:

  • 2,5 % der Überschreitungen der Halbstundengrenzwerte (HGW) wurden durch Programmier- und Wartungsarbeiten verursacht
  • 5 % der HGW-Überschreitungen traten im Normalbetrieb der Anlage auf
  • 12,5 % der HGW-Überschreitungen wurden durch kleinere Anlagenstörungen verursacht
  • 80% der HGW und alle Tagesgrenzwert–Überschreitungen traten kurz nach dem Anfahren der Anlagen auf

Prüfung der Messeinrichtungen
Die jährlichen Funktionsprüfungen, Kalibrierungen und Validierungen der automatischen Emissionsmesseinrichtungen wurden von der DEKRA Automobil GmbH, München vom
13.05.2019 bis 16.05.2019 erfolgreich durchgeführt.